Was ist ein vereidigter Übersetzer?
Kurz erklärt: Mit „vereidigter Übersetzer“ ist meist eine Person gemeint, die aufgrund einer Beeidigung, Ermächtigung oder öffentlichen Bestellung die Richtigkeit und Vollständigkeit ihrer Übersetzungen bestätigen darf. Die genaue Bezeichnung und die Befugnisse richten sich nach dem jeweiligen Landesrecht.
Eine solche Übersetzung enthält einen Beglaubigungs- oder Bestätigungsvermerk. Ob sie für Ihr Verfahren geeignet ist, hängt zusätzlich von der Sprache, der Ausfertigungsform und den Anforderungen der empfangenden Stelle ab.
Häufige Fragen zu vereidigten Übersetzern
Was unterscheidet einen Übersetzer von einem Dolmetscher?
Übersetzer übertragen schriftliche Texte, beispielsweise Urkunden, Zeugnisse und Verträge. Dolmetscher übertragen gesprochene Sprache, etwa bei Gericht oder bei einem Behördentermin.
Eine Person kann für beide Tätigkeiten qualifiziert und zugelassen sein. Die Befugnis zum Dolmetschen belegt jedoch nicht automatisch die Befugnis, schriftliche Übersetzungen zu bestätigen.
Sind „vereidigt“, „beeidigt“ und „ermächtigt“ dasselbe?
Die Begriffe bezeichnen landesrechtlich geregelte Statusformen. Sie werden im Alltag häufig ähnlich verwendet, sind aber keine überall identischen amtlichen Bezeichnungen.
In Berlin lautet die Bezeichnung für schriftlich arbeitende Übersetzer beispielsweise ermächtigt. Hamburg verwendet öffentlich bestellt und allgemein vereidigt.
Die einzelnen Bezeichnungen erläutert unser Ratgeber zu beeidigten, ermächtigten und öffentlich bestellten Übersetzern nach Bundesland.
Was bestätigt der Beglaubigungsvermerk?
Die übersetzende Person bestätigt damit die Richtigkeit und Vollständigkeit der Übersetzung nach den einschlägigen Vorgaben. Die Ausfertigung enthält die erforderlichen Angaben und die entsprechende Bestätigung der übersetzenden Person.
Der Vermerk bestätigt nicht die Echtheit des Ausgangsdokuments. Eine beglaubigte Übersetzung ist außerdem von einer beglaubigten Kopie oder einer Unterschriftsbeglaubigung zu unterscheiden.
Mehr dazu erfahren Sie unter Was ist eine beglaubigte Übersetzung?
Wie wird man beeidigter oder ermächtigter Übersetzer?
Die zuständige Stelle prüft die fachlichen und persönlichen Voraussetzungen nach den geltenden Vorschriften. Welche Nachweise erforderlich sind und wie das Verfahren abläuft, richtet sich nach dem jeweiligen Bundesland.
Berlin verlangt beispielsweise den Nachweis einer entsprechenden Übersetzerprüfung und der persönlichen Zuverlässigkeit. Danach erfolgt die behördliche Ermächtigung. Der Qualifikationsnachweis und die Ermächtigung sind unterschiedliche Schritte.
Eine Mitgliedschaft in einem Berufsverband ersetzt die erforderliche Beeidigung, Ermächtigung oder öffentliche Bestellung nicht.
Wie kann ich die Befugnis eines Übersetzers prüfen?
Nutzen Sie die offizielle Dolmetscher- und Übersetzerdatenbank der Landesjustizverwaltungen. Dort können Sie nach Sprache, Tätigkeit, Namen und weiteren Kriterien suchen.
Achten Sie auf den Eintrag für Übersetzer, die benötigten Sprachen und die Angaben zur zuständigen Stelle sowie zur Gültigkeit des Status. Bei Unklarheiten können Sie sich den entsprechenden Nachweis vorlegen lassen oder die zuständige Stelle kontaktieren.
Wird eine beglaubigte Übersetzung von jeder Behörde anerkannt?
Eine pauschale Zusage für jedes Verfahren ist nicht möglich. Die empfangende Behörde, das Gericht oder die Institution legt fest, welche Übersetzung und welche Form der Einreichung benötigt werden.
Klären Sie vor der Beauftragung:
- Welche Zielsprache und welche Teile des Dokuments werden benötigt?
- Welche Qualifikation oder Befugnis muss die übersetzende Person haben?
- Wird eine Papierausfertigung oder eine bestimmte elektronische Form verlangt?
- Müssen das Original, eine beglaubigte Kopie oder zusätzliche Nachweise vorgelegt werden?
Besonders bei der Verwendung im Ausland sollten Sie die Anforderungen des Empfängers vorab erfragen.
Reicht ein Scan oder Foto für die Anfrage?
Für die erste Prüfung und Angebotserstellung genügt ein gut lesbarer Scan oder ein Foto. Reichen Sie alle relevanten Seiten, Rückseiten und Anlagen ein.
Ob für den Auftrag später das Original oder eine beglaubigte Kopie benötigt wird, hängt von den Anforderungen des Empfängers und der benötigten Ausfertigung ab. Ein PDF-Scan einer gestempelten Übersetzung ist nicht automatisch einer elektronisch signierten Ausfertigung gleichgestellt.
Ersetzt eine beglaubigte Übersetzung eine Apostille?
Nein. Eine beglaubigte Übersetzung bestätigt die Übersetzung. Eine Apostille dient im jeweiligen Anwendungsbereich dem Nachweis der Echtheit der Unterschrift, der Eigenschaft der unterzeichnenden Person und gegebenenfalls des Siegels oder Stempels einer öffentlichen Urkunde.
Ob eine Apostille oder Legalisation erforderlich ist, klären Sie mit der empfangenden Stelle. dito übersetzt vorhandene Apostillen; die Ausstellung oder Beschaffung einer Apostille gehört nicht zu dieser Leistung.
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dito Beglaubigungen organisiert die Übersetzung Ihrer Unterlagen durch entsprechend befugte Übersetzerinnen und Übersetzer. Senden Sie uns Ihr Dokument und nennen Sie die Ausgangs- und Zielsprache, den Empfänger sowie einen gewünschten Termin.
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